Laufende Drittmittelprojekte


"Nuns and Monks - Prosopographical Interfaces"

Projektleiterin: Irene Rabl
Projektnehmer: Daniel Jeller (ICARUS)
Projektdauer: 2019 - 2021

 

Prosopographie ist ein sehr wichtiger Forschungsbereich in den Geisteswissenschaften, weil sie es Forschern ermöglicht, eine Reihe wichtiger Fragen über historische Gesellschaften und das Leben von Menschen zu beantworten, die schwer zu beantworten sind, wenn nur Primärquellen über einzelne Personen oder Ereignisse betrachtet werden. Die verschiedenen Quellen, die uns über katholische Nonnen und Mönche aus der Frühen Neuzeit zur Verfügung stehen, gehören zu den interessantesten, die in eine moderne prosopographische  Datenbank  umgewandelt werden können. Dies ist auf die Tatsache zurückzuführen, dass die Mönchsgemeinschaften in ganz Europa eng miteinander verbunden waren, Nonnen und Mönche viele verschiedene geographische und soziale Hintergründe hatten und die Daten über sie und ihre Kollegen oft von sehr hoher Qualität und gut strukturiert waren.

Aus diesen Gründen wurden bereits zahlreiche Primärquellen durch diverse Forschungsanstrengungen in die digitale Welt überführt. NAMPI („Nuns and Monks – Prosopographical Interfaces“) ist ein Projekt, das einige der gravierendsten Nachteile der vorhandenen digitalen Ressourcen auf dem Gebiet der frühneuzeitlichen Prosopographie lindern will. Diese sind: ein enger Fokus und fehlende Metadatenstrukturen, die Inhalte schwer vergleichbar machen, sowie unklare technische Standards, die es den Forschern erschweren, digitale Daten zu teilen und wiederzuverwenden.

 

NAMPI wird eine semantische RDF-Datenbank erstellen, die von der von Pasin & Bradley entwickelten Factoid-Modell-Ontologie unterstützt wird und die zusammen mit zusätzlichen inhaltsorientierten Ontologien eine genaue Darstellung der Leben der frühneuzeitlichen Nonnen und Mönche ermöglicht. Diese Daten werden den Forschern zur Verfügung gestellt und von anderen Projekten durch eine moderne und gut dokumentierte REST-API und eine auf der API basierende Website wiederverwendet. Dies ermöglicht es einerseits registrierten Teilnehmerinnen und Teilnehmern, Daten zu bearbeiten und andererseits anonymen Benutzern, die prosopographischen Informationen zu durchsuchen und abzufragen um ein komplexes und genaues Bild der in der Datenbank vertretenen Personen zu extrahieren.

Am Ende des Projekts wird NAMPI Daten von etwa 82.000 Personen aus bereits vorhandenen Datenbanken wie ProDomo oder Germania Sacra sowie aus bislang unveröffentlichten Quellen wie den Professbüchern der Ursulinen in Linz und Innsbruck beinhalten. Auf diese Weise wird NAMPI dazu beitragen, das Leben der frühneuzeitlichen Nonnen und Mönche für Forscher und die allgemeine Öffentlichkeit zugänglich zu machen und unser Wissen über unsere Vergangenheit und unser kulturelles Erbe zu erweitern.


Nr. 17913 Getrennte Betten - verwobene Güter. Regelung der Trennungsfolgen seit dem 16. Jahrhundert

Projektleitung: ao. Univ.-Prof. Mag. Dr. Andrea Griesebner
MitarbeiterInnen: MMag. Birgit Dober, Isabella Planer MA und Dr. Susanne Hehenberger
Datenbank und Webportal: Mag. Beate Pamperl
Projektlaufzeit: Oktober 2018 bis Dezember 2020

Weitere Informationen


DK „Naturwissenschaften im historischen, philosophischen und kulturellen Kontext“

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Mitchell Ash (Speaker bis 31.12.2018), Univ.-Prof. Dr. Martin Kusch (Speaker ab 1.1.2019)
KollegiatInnen: Hernán Bobadilla, Robert Frühstückl, Raffael Krismer, Alexander Linsbichler, Stefan Probst, Sophie Juliane Veigl und Hanna Lucia Worliczek
Förderperiode: 1.10.2014-31.12.2018 (bis 31. Jänner 2020 verlängert)

Homepage: http://dk-sciences-contexts.univie.ac.at/home/


FWF-Lise Meitner-Stelle M2230-G25: Women´s Voices in Medieval Artes Dictandi and Model Letter Collections (c. 12th -14th)

Projektnehmerin: Francesca Battista
Förderdauer: 2017-2019
Mitantragstellerin: Univ. Prof. Dr. Christina Lutter


Jubiläumsfonds OeNB: Unternehmerin, Fabrikantin, Händlerin. Weibliche Handlungsspielräume und Raumaneignungen, 1786-1859

Projektmitarbeiterin: Mag.a Waltraud Schütz

Projektleiterin: Univ.Prof.in Dr.in Mag.a Gabriella Hauch

Projektdauer: 01.04.2018 - 30.09.2019

Projektnummer:  17755

Kurzbeschreibung: Für die Zeit des Übergangs von der Frühen Neuzeit und dem Beginn der Moderne besteht ein generelles Forschungsdefizit im Feld der Frauen- und Geschlechtergeschichte zur Habsburgermonarchie. Die Jahrzehnte vor den Revolutionsjahren 1848/1849 werden überwiegend als Periode politischer Repression und gesellschaftlicher Abgeschiedenheit erinnert und sind unter den Bezeichnungen „Ära Metternich“ (1809-1848), Vormärz oder “Biedermeier“ (Wiener Kongress bis 1848er Revolution) in die Geschichtsschreibung eingegangen. In Bezug auf weibliches Handeln und im Einklang mit bürgerlichen Wertvorstellungen besteht hartnäckig die Vorstellung der Zurückgezogenheit von Frauen in den ihnen zugewiesenen Rollen als Hausfrau und Mutter in der Privatsphäre des Heimes. Frauen wurden als homogene Gruppe konstruiert, der Idealtypus einer Frau des städtischen Bürgertums stand pars pro toto für ihre Geschlechtsgenossinnen. Die dichotome Konzeption von Öffentlichkeit und Privatheit ist für den Untersuchungszeitraum nach wie vor wirkmächtig, vor allem da es kaum Studien gibt, die Frauen in ihren differenzierten, gesellschaftlichen Rollen darstellen und sichtbar machen. Dieser Forschungslücke begegnet dieses Forschungsprojekt auf innovative Weise, indem auf Basis von unterschiedlichen Quellen Handlungs(spiel)räume von Frauen und geschlechterspezifischen Aneignungen von Öffentlichkeit analysiert werden. Der konzipierte Forschungsansatz konzentriert sich auf das Lokalisieren von agency – individuelles Handeln und Verhandeln von (Spiel)Räumen –, wodurch neue empirische Erkenntnisse und theoretisch-methodische Impulse für aktuelle Forschungszusammenhänge fruchtbar gemacht werden. Es ist geplant, die Forschungsergebnisse einerseits in Form von peer-reviewed Artikeln in Fachzeitschriften (in deutscher und englischer Sprache) der wissenschaftlichen Community zur Diskussion zu stellen und durch die Aufbereitung als Unterrichtsmaterial für die Sekundarstufe eine breitere Öffentlichkeit zu erreichen.


Hochschulraum-Strukturmittel-Fonds: Digital Humanities. Kompetenz- und Wissensnetzwerk “Digitale Edition”

Projektleitung: Univ.-Prof. Dr. Tara L. Andrews (für den Standort Wien)
Projektmitarbeiter: James Baillie (ab 1. August oder 1. September 2017)
Förderperiode: 2017-2019


SFB-Projekt: „Visions of Community“

Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Walter Pohl (Speaker)
Förderdauer: 2011-2019 (kostenneutrale Verlängerung bis Ende 2019)

Die drei Weltreligionen Christentum, Islam und Buddhismus entwickelten im Verlauf des Mittelalters jeweils verschiedene Vorstellungen von Gemeinschaft und damit einhergehend spezifische Instrumentarien zur Legitimierung von Herrschaft. Das Projekt "Visions of Community: Comparative Approaches to Ethnicity, Region and Empire in Christianity, Islam and Buddhism (400-1600 CE)" geht den unterschiedlichen Entwicklungen der politischen Rolle von ethnischen und religiösen Identitäten in diesen Kulturräumen nach. Dabei werden bestehende Modelle der Gemeinschaftsbildung ("Community Building") und deren Relevanz für Identitätsbildung kritisch hinterfragt. Ein systematischer Vergleich soll den Weg für einen differenzierteren Blick auf die unterschiedlichen "visions of community", die hinter politischer Integration liegen, öffnen.

Teilprojekt: Christian Discourse and Political Identities in Early Medieval Europe

Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Walter Pohl
ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Cinzia Grifoni | Mag. Dr. Rutger Kramer | Mag. Maria Nezbeda | Salvatore Liccardo, M.A.

Teilprojekt: Social and Cultural Communities across Medieval Monastic, Civic, and Courtly Cultures in High and Late Medieval Central Europe

Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Christina Lutter
ProjektmitarbeiterInnen: Dr. Kateřina Horníčková, MA PhD | Dr. Károly Goda

Homepage: http://www.univie.ac.at/viscom/index_viscom.php?seite=home


FWF-Projekt P-28016: Benediktiner, Kirchenreform und der Staat in Österreich, 1720-40

Projektleitung: PD Mag. Dr. Thomas Wallnig
ProjektmitarbeiterInnen: Abubakar Sidyk Bisayew | MMag. Patrick Fiska | Daniel Frey BA | Mag. Dr. Ines Peper | MMag. Dr. Irene Rabl
Förderperiode: 1.1.2016-31.12.2018 (verlängert bis 31.12.2020)
Das Projekt ist das Nachfolgeprojekt zum START-Projekt Y-390 „Monastic Enlightenment and the Benedictine Republic of Letters“.

Homepage: www.pezworkshop.org


SNF-Projekt: The Chronicle of Matthew of Edessa Online

Projektleitung: Univ. Prof. Dr. Tara Andrews
Projektmitarbeiterin: Anahit Safaryan, BA MA und ab 1. September 2017 Atayan Tatevik
Förderdauer: 01.05.2015- 30.04.2019

Homepage: http://p3.snf.ch/project-159433


Administory. Zeitschrift für Verwaltungsgeschichte

Projektleiter: Univ.-Prof. Dr. Peter Becker
Förderperiode: seit 2016 jährlich


Edition der Deutschen Reichstagsakten

Die Edition der Deutschen Reichstagsakten, Mitte des 19. Jahrhunderts durch Leopold von Ranke angeregt, wird auch heute noch von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München betreut. Die Akten der Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation werden durch vier Reihen erschlossen: durch die Ältere Reihe (1376–1485), die Mittlere Reihe (Regierungszeit Maximilians I.), die Jüngere Reihe (Regierungszeit Karls V.) und die Reichsversammlungen (1556–1662).

Prof. Heinrich Lutz, Leiter der Jüngeren Reihe der Reichstagsakten bis 1986 (+), etablierte am Institut für Geschichte der Universität Wien 1978 eine Wiener Arbeitsstelle für die Edition der Reichstagsakten Jüngere Reihe und übertrug einem jungen Team von österreichischen und deutschen Historikern mehrere Reichstage der Regierungszeit Karls V. zur Bearbeitung. Seit 1989 wird die Jüngere Reihe der Reichstagsakten von em. Prof. Eike Wolgast (Universität Heidelberg) geleitet.

Das Editionsprojekt ist fast abgeschlossen. Von den 21 projektierten Bänden sind 19 Bände im Druck erschienen. Vor der Gründung der Wiener Arbeitsstelle erschienen zwischen 1893 und 1971 die Bände 1 bis 4 und 7 bis 8.

Folgende Bände der Mitarbeiter der Wiener Arbeitsstelle erschienen zwischen 1992 und 2018 im Druck:

  • Bd. 5/6: Rosemarie Aulinger, Der Reichstag zu Augsburg 1525. Der Reichstag zu Speyer 1526. Der Fürstentag zu Esslingen 1526 (München 2011)
  • Bd. 10: Rosemarie Aulinger, Der Reichstag in Regensburg und die Verhandlungen über einen Friedstand mit den Protestanten in Schweinfurt und Nürnberg 1532 (Göttingen 1992)
  • Bd. 11: Albrecht P. Luttenberger (Vorbereitung für den Druck: Christiane Neerfeld), Der Reichstag zu Regensburg 1541 (Berlin/München/Boston 2018)
  • Bd. 12: Silvia Schweinzer-Burian, Der Reichstag zu Speyer 1542 (München 2003)
  • Bd. 13: Silvia Schweinzer-Burian, Der Reichstag zu Nürnberg 1542 (München 2010)
  • Bd. 15: Erwein Eltz, Der Speyrer Reichstag von 1544 (Göttingen 2001)
  • Bd. 16: Rosemarie Aulinger, Der Reichstag zu Worms 1545 (München 2003)
  • Bd. 17: Rosemarie Aulinger, Der Reichstag zu Regensburg 1546 (München 2005)
  • Bd. 18: Ursula Machoczek, Der Reichstag zu Augsburg 1547/48 (München 2006)
  • Bd. 19: Erwein H. Eltz, Der Reichstag zu Augsburg 1550/51 (München 2005)
  • Bd. 20: Rosemarie Aulinger, Erwein Eltz, Ursula Machoczek, Der Reichstag zu Augsburg 1555 (München 2009)
  • Bd. 21: Annelies Grundmann, Rosemarie Aulinger, Die Beschwerden der Deutschen Nation auf den Reichstagen der Reformationszeit (1521–1530) (Berlin/ München/Boston 2015)
  • Bd. 14: Silvia Schweinzer-Burian (Vorarbeiten von Friedrich Edelmayer), Der Reichstag zu Nürnberg 1543 (das Manuskript ist fast abgeschlossen, voraussichtlicher Erscheinungstermin 2020).

Kontakt: Dr. Silvia Schweinzer-Burian (silvia.schweinzer@univie.ac.at); Tel.: +43 (0)676 924 62 20