Vortrag bei GAM, 8. März 2017

Maximilian Maurer (Wien): Mehr als schöne Ansichten? Bernardo Bellottos Wiener Vedutenserie (1759‒1760) als Bildergeschichte

Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit in Kooperation mit Geschichte am Mittwoch

Moderation: Friedrich Polleroß

Abstract:
Wie es die jüngste Debatte um den durch Bauvorhaben gefährdeten „Canaletto-Blick“ anschaulich belegt, prägen die Wiener Ansichten des venezianischen Vedutenmalers Bernardo Bellotto (1722–1780), auch Canaletto (d. J.) genannt, bis heute das öffentlichkeitswirksame Bild des „historischen Wien“. Dessen ungeachtet ist über den Entstehungskontext und die Programmatik der 16 Wiener Gemälde (1759/60) nahezu nichts bekannt. Die bisherige Forschung hat vor allem die Auswahl der abgebildeten Plätze und Gebäude auf ein übergreifendes Thema hin befragt und in den Kontext der habsburgischen Repräsentation gestellt. Der Vortrag wird dagegen – beziehungsweise zumindest in Ergänzung dazu – argumentieren und zur Disposition stellen, dass auch im Bildpersonal eine gewichtige Bedeutungsebene für das Verständnis der Wiener Serie angelegt ist. Ein akribischer Blick auf die Bildkomposition und auf einzelne, immer wiederkehrende Figuren wird zeigen, dass Bellottos Gemälde eine Handlung erzählen und sich als Bildergeschichte verstehen lassen.

Zum Vortragenden:
Maximilian Maurer studierte Geschichte und Publizistik an der Universität Wien und befindet sich derzeit im Masterstudium der Geschichtsforschung, historischen Hilfswissenschaften und Archivkunde. Forschungsinteressen: Kultur- und Sozialgeschichte insbesondere frühneuzeitlicher Städte und Fürstenhöfe beziehungsweise der höfischen Gesellschaft sowie das Wiener Hofquartierwesen.