Laurin Blecha (Salzburg): Historiografie und Geschichtspolitik in Nicaragua 1979–1996 – Buchpräsentation und Podiumsdiskussion
Moderation: Martina Kaller und Berthold Molden
Präsenzveranstaltung
Abstract:
„Es wäre nicht übertrieben zu sagen, dass die Sandinistische Revolution für die Geschichte Nicaraguas das ist, was die Renaissance als Ende des Mittelalters und Beginn der Neuzeit für die Geschichte des Westens war.“ (Juan Bautista Arríen García). „Die Geschichte wird glücklicherweise nicht mit Propagandareden geschrieben, sondern mit Beweisen.“ (Pedro Joaquín Chamorro Cardenal). Zwei sehr unterschiedliche Stimmen aus Nicaragua, die Anfang der 1980er Jahre die Rolle und Macht von Geschichte reflektieren. Diese ist immer Interpretation, besonders aber in Zeiten politischer Umbrüche wird sie zu einem zentralen Instrument ideologischer Auseinandersetzungen und Legitimation. So auch im Fall Nicaraguas: Verschiedene AkteurInnen beanspruchten, ihre eigene historische Erzählung als die einzig gültige durchzusetzen, während alternative Perspektiven marginalisiert oder verdrängt wurden. Das Buch untersucht, wie Geschichte im Zeitraum von 1979 bis 1996 erzählt und erinnert wurde.
Zum Vortragenden:
Laurin Blecha, Universitätsassistent (Postdoc) für Globalgeschichte am Fachbereich Geschichte der Universität Salzburg; er verfasste seine Dissertation auf Spanisch, die 2025 als Buch unter dem Titel „Caudillos, mártires y héroes sin fusil. Las políticas de la historia en Nicaragua (1979–1996)“ bei Iberoamericana/Vervuert erschien.
Rückfragen: martina.fuchs@univie.ac.at
