Geschichte am Mittwoch - Geschichte im Dialog

Programm SS 2012

Ort: Universität Wien - Institut für Geschichte, HS 45
Zeit: Mittwoch, 18.30 s.t. - 20.00 Uhr

Wenn Sie per Mail eingeladen werden wollen, mailen Sie bitte an folgende Adresse: veranstaltungen.geschichte@univie.ac.at

Organisation, Planung und Audioaufzeichnungen: Stefan Zahlmann
Für die IEFN-Vorträge: Susanne Pils

 

7. März: Geschichte im Dialog

Rolf Bauer: Die East India Company und der Opiumbauer. Die Kommerzialisierung einer Droge in Nordindien, ca. 1790-1840.

Abstract: Entlang des Ganges, zwischen Agra und Kalkutta, wurden unter der Ägide der East India Company bis zu 7.000 Tonnen Opium jährlich produziert und nach China exportiert. Das entspricht etwa der aktuellen weltweiten Produktion! Die Droge wurde zu einer der wichtigsten Einnahmequellen der britisch-indischen Regierung. Grundlage der enormen Profite waren die hunderttausenden Bauern, die im Auftrag der Company Opium zu niedrigen Preisen kultivierten. Wie schafften es die Briten diese Masse an ländlichen Produzenten für sich zu gewinnen? Rolf Bauer sucht die Antwort in der Gesellschaftsstruktur des ländlichen Indiens. Das Kastensystem könnte der East India Company geholfen haben die Agrarproduzenten Indiens zu kontrollieren.

Zur Person: Rolf Bauer ist 1984 in Oberösterreich geboren. Seit 2004 besuchte er mehrmals den indischen Subkontinent. Abschluss des Diplomstudiums Internationale Entwicklung mit Schwerpunkt Global Economic History, 2010. Diplomarbeit und laufende Dissertation bei Prof. Peer Vries.


14. März: Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Paola Molino (Florenz/Wien) / Nikolaus Schobesberger (Wien): Die Fuggerzeitungen: Am Beginn einer medialen Gesellschaft
Moderation: Katrin Keller

Abstract: Die Wiener Fuggerzeitungen sind eine der umfangreichsten Sammlungen von handschriftlichen Zeitungen in Europa. Sie umfassen den Zeitraum von 1568 bis 1605 und dokumentieren damit die Entwicklung zum gedruckten Massenmedium im deutschsprachigen Raum. Zugleich stellen sie eine Quelle von europäischer Bedeutung für die zweite Hälfte des 16. Jahrhunderts dar. Der Vortrag präsentiert diese Quelle und ordnet die Wiener Sammlung in die derzeitige Forschung zur Presse- und Kommunikationsgeschichte ein. Zugleich sollen erste Ergebnisse des zur Zeit laufenden Projekts zur Erschließung der in der Wiener Nationalbibliothek überlieferten Fuggerzeitungen vorgestellt werden.

Zu den Personen:

Katrin Keller studierte Geschichte und Germanistik an der Universität Leipzig. Promotion und Habilitation waren Themen der frühneuzeitlichen Stadtgeschichte gewidmet. Seit 1999 lehrt und arbeitet sie in Wien; ihre Forschungsschwerpunkte sind Geschichte der höfischen Gesellschaft, Frauen und Politik in der Frühen Neuzeit und Geschichte des Adels in der Habsburgermonarchie. Im Projekt über die Fuggerzeitungen wird sie sich mit der Berichterstattung über Höfe und Zeremoniell beschäftigen.

Paola Molino studierte Geschichte an den Universitäten Florenz und Mainz (Abschl. 2006), und promovierte am European University Institute in Florenz (2011) mit einer Dissertation über Bibliotheken am Ende des 16. Jahrhunderts am Beispiel der Wiener Hofbibliothek zwischen 1575 und 1608. Im Projekt über die Fuggerzeitungen wird sie sich mit dem Thema "Fuggerzeitungen im Vergleich" beschäftigen.

Nikolaus Schobesberger studierte Geschichte (Abschl. 2008) und Geographie/Kartographie (Abschl. 2010) an der Universität Wien, absolviert zur Zeit das Masterstudium Geschichtsforschung, historische Hilfs- und Archivwissenschaften am IÖG und schreibt seine Dissertation zur Kriegsberichterstattung in frühen Zeitungen.

21. März: Vorstellungsvortrag für BewerberInnen um ein Lektorat am Institut für Geschichte

John Bechara: Eine wirtschafts- und sozialgeschichtliche Untersuchung im Spiegel der historisch-politischen und -demografischen Grundvoraussetzungen für den Bau der Wiener Hochquellwasserleitungen in der Zeitperiode der kaiserlichen Monarchie.

Abstract: Im Vortrag wird das Wasser in Wien von der Römerzeit bis zur Neuzeit kurz dargestellt. Darüber hinaus wird die geschichtliche Darstellung der I. und II. Wiener Hochquellenwasserleitung in der Zeitperiode der kaiserlichen Monarchie ausführlich präsentiert. Die historisch-politischen Ereignisse, sowie die sozial-demografischen und volksökonomischen Entscheidungen für den Bau der I. und II. Wiener Hochquellenwasserleitung im 19. Jahrhundert werden auch detailliert erklärt.

Zur Person: Geb. 1958, Studium derTechnischen Physik/Elektrotechnik und Zeitgeschichte, Freier Privatübersetzer Arabisch-Deutsch-Englisch-Französisch-Hebräisch; Freier Privatlehrer für erneuerbare Energien, Elektrotechnik, Mathematik, Physik, Chemie, Geschichte, Ethik, Französisch, Englisch, Arabisch und Deutsch an verschiedenen Nachhilfeinstituten und Volkshochschulen in Wien

28. März: Vorstellungsvortrag für BewerberInnen um ein Lektorat am Institut für Geschichte

Stefan Donecker: Der Prozess des 'Alten Thiess', 1692/93. Lebenswelt und Weltbild eines betagten Werwolfs.

Abstract: Im Jahr 1691 stand ein rund 85jähriger lettischer Bauer, der "Alte Thiess", in Jürgensburg – dem heutigen Zaube in Lettland – als vermeintlicher Hexer und Werwolf vor Gericht.  Der betagte Angeklagte verblüffte die Richter mit einem bereitwilligen Geständnis: Er war ein Werwolf, und er war äußerst stolz darauf – denn die Werwölfe, so Thiess, seien Diener Gottes und würden in aufopferungsvollen Kämpfen die Fruchtbarkeit des Landes gegen den Teufel und sein Gefolge verteidigen.
Im Zuge des Vortrages soll diese Vorstellung eines gesellschaftsdienlichen Werwolfs, die mit der gelehrten Dämonologie des 17. Jahrhunderts völlig unvereinbar war, untersucht werden. Der Prozess des "Alten Thiess" ist eine faszinierende Quelle – nicht nur wegen der markanten Persönlichkeit des sturen, unbequemen und dabei irgendwie liebeswerten Angeklagten, sondern auch aufgrund der einzigartigen Einblicke in die soziale Konstruktion von Körper, Geschlecht und Ethnizität in einer bäuerlichen Lebenswelt an der äußersten Peripherie Europas. Am Beispiel dieses historischen Dokuments möchte ich verdeutlichen, wie Impulse aus dem frühneuzeitlichen Nordosteuropa in die Lehre am Institut für Geschichte eingebracht werden könnten.

Zur Person: Stefan Donecker studierte Geschichte und Skandinavistik in Wien und Umeâ (Schweden). 2010 wurde er am Europäischen Hochschulinstitut in Florenz promoviert. Er war zuletzt als Junior Fellow am Alfried-Krupp-Wissenschaftskolleg in Greifswald beschäftigt und forscht derzeit am Exzellenzcluster "Kulturelle Grundlagen von Integration" (Konstanz) zu den geistesgeschichtlichen Wurzeln der gegenwärtigen Migrationsdebatte.  


18. April: Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Johannes Weiss (Wien): Zeitenwende 1300? Warum die Frühe Neuzeit aus kartographischer Sicht früher beginnt
Moderation: Thomas Winkelbauer

Abstract: Historische HilfswissenschaftlerInnen haben mitunter mit völlig andere Epochengrenzen zu rechnen als dies in der Geschichtswissenschaft ansonsten der Fall ist. Für die Abweichung von dieser pädagogischen Norm ist die Kartographiegeschichte ein beredtes Beispiel, vor allem wenn es sich um die zeitliche Festsetzung vom Wechsel eines mittelalterlichen zu einem neuzeitlichen Weltbild handelt. Schließlich transportiert jede Karte immer auch eine Unmenge an ideologischen Informationen, die sie zu einer idealen Quelle entsprechender Fragestellungen werden lassen.

Zur Person: Johannes Weiss studierte Publizistik- und Kommunikationswissenschaft, Geschichtswissenschaften und Kunstgeschichte an der Universität Wien mit dem Schwerpunkt mittelalterlicher Kartographie; Diplomarbeit (2007) und Dissertation (2011) zur mittelalterlichen und frühneuzeitlichen englischen Kartographie am Institut für Österreichische Geschichtsforschung; 2008-2011 Kustos am Archiv des Kunsthistorischen Museums Wien


25. April: Geschichte im Dialog

Martin Gasteiner: Präsentation des Forschungsportals der Historisch-Kulturwissenschaftlichen Fakultät

Moderation: Stefan Zahlmann

Abstract: Im Rahmen von Geschichte am Mittwoch informiert Martin Gasteiner über die Neukonzeption des Internetauftritts der Fakultät. Im Mittelpunkt steht die Verdeutlichung der Möglichkeiten für Studierende und Lehrende, eigene Forschungsergebnisse zu präsentieren, sich über die Arbeiten von KollegInnen zu informieren und institutsübergreifend mit KollegInnen zu vernetzen. Darüber hinaus soll die Plattform eine engere Verbindung zwischen der internetgestützten Lehre und Forschung leisten. Ziel ist eine möglichst hohe Nutzungsfrequenz der Plattform durch die Studierenden und MitarbeiterInnen der Fakultät. Daher besteht neben der Vorstellung und Diskussion der nächsten Realisierungsschritte die Möglichkeit, im Rahmen dieser Veranstaltung eigene Erwartungen und Anforderungen an eine solche Forschungsplattform zu äußern und damit das Ergebnis maßgeblich zu beeinflussen.


2. Mai: Geschichte im Dialog

Jakob Krameritsch: Geschichte der Gegenwart als Hypertext

Abstract: Vergangenheit wird unter Bedingungen je gegenwärtiger "Interessenstopographien" (Michel de Certeau) rekonstruiert. Auch wenn Technik nicht das alleinige Movens ist, das "unsere Lage bestimmt" (Friedrich Kittler), so sind diese Lagen nicht zuletzt medial induziert. In Versuchen gegenwärtige gesellschaftliche Entwicklungen und Organisationsformen zu charakterisieren, ist vielfach von Beschleunigung, Vernetzung, Entgrenzung, Flexibilität und Virtuosität die Rede – allesamt hypertextuelle Kerneigenschaften. Inwiefern affiziert dies den Umgang mit Vergangenheit und das Erzählen von Geschichte? Soll/kann/muss etwa Jörn Rüsens "vier Typen der historischen Erzählung" ein fünfter hinzugefügt werden?

Zur Person: Jakob Krameritsch, Historiker, lehrt und forscht am Institut für Kunst- und Kulturwissenschaften an der Akademie der bildenden Künste Wien. Im Rahmen seiner Dissertation "Geschichte(n) im Netzwerk" (2007) beschäftigte er sich mit Interdependenzen von Hypertext und (historischen) Erzählungen.  


9. Mai, ausnahmsweise: 18 h c.t., Hs. 41: 4. Gerald Stourzh-Vorlesung zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie

Barbara Stollberg-Rilinger, Münster
Rituale des Konsenses? Ständische Partizipation im frühneuzeitlichen Europa

Abstract: "Symbolische Politik" ist heute ein Schimpfwort. Mit dem Selbstverständnis moderner parlamentarischer Demokratien ist es als schwer vereinbar, Parlamentssitzungen als rituelle Inszenierungen zu bezeichnen. Rituale gelten vielmehr als vormoderne und vordemokratische Angelegenheit: Man denkt an Krönungsmessen oder Huldigungsfeiern, aber nicht an Beratungs- und Entscheidungsversammlungen. Der Vortrag vertritt hingegen die These, dass sowohl moderne Parlamente als auch vormoderne Ständeversammlungen immer auch eine symbolisch-rituelle Dimension haben. Dennoch unterscheiden sie sich in signifikanter Weise voneinander. Idealtypisch lassen sich die Ständetage der Frühen Neuzeit als Rituale des Konsenses beschreiben, die – anders als moderne Parlamente –  wenig Raum für institutionalisierte Konfliktaustragung boten.

Zur Person: Barbara Stollberg-Rilinger ist Professorin für Geschichte der Frühen Neuzeit und Sprecherin des Exzellenzclusters "Religion und Politik" an der Westfälischen Wilhelms-Universität Münster, Trägerin des Gottfried Wilhelm Leibniz-Preises der Deutschen Forschungsgemeinschaft und Vorstandsmitglied der Berlin-Brandenburgischen Akademie der Wissenschaften. Zahlreiche weitere Ehrungen und Mitgliedschaften. Wichtigste Veröffentlichungen: Der Staat als Maschine. Zur politischen Metaphorik des absoluten Fürstenstaats (Historische Forschungen, Bd. 30, Berlin 1986). Vormünder des Volkes? Konzepte landständischer Repräsentation in der Spätphase des Alten Reiches (Historische Forschungen, Bd. 64, Berlin 1999). Das Heilige Römische Reich Deutscher Nation vom Spätmittelalter bis 1806 (München 2006, 4. Auflage 2009). Des Kaisers alte Kleider. Verfassungsgeschichte und Symbolsprache des Alten Reiches (München 2008). (Hg.) Was heißt Kulturgeschichte des Politischen? (Zeitschrift für Historische Forschung, Beiheft 35, Berlin 2005).

In den Gerald Stourzh-Vorlesungen zur Geschichte der Menschenrechte und der Demokratie lädt die Historisch-Kulturwissenschaftliche Fakultät prominente ForscherInnen ein, um neue Ansätze und Ergebnisse zur Diskussion zu stellen. Die Vortragsreihe wird online veröffentlicht (http://www.univie.ac.at/gerald-stourzh-lectures).


16. Mai: Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Walter Cupperi (München): Authorized Portraits of Charles V: Alfonso Lombardi and Titian in Bologna (1530–1533)
Moderation: Friedrich Polleroß

Abstract: My paper will consider the patronage that lead to the creation of several portraits of Charles V during his Italian trips in 1530 and 1533. More specifically, I will try to identify some of the works of art made in these circumstances and discuss to what extent the study of medals and busts can contribute to reassessing the chronology of Titian’s earliest portraits of the Emperor  ̶  an issue on which much ink has been spilt. These case studies will also illustrate how understanding the etiquette shaping Charles’ practice is crucial to evaluating the iconography and degree of reliability of some of Charles V’s Italian portraits.

Zur Person: Walter Cupperi ist Research Fellow an der LMU München. Er hat Kunstgeschichte an der Universität Pisa und an der Scuola Normale Superiore di Pisa studiert. Im Jahr 2004 war er Fulbright Fellow an der American Academy in Rom. 2007 erhielt er das MPG Postdoc-Stipendium an der Bibliotheca Hertziana in Rom, und 2008 das Postdoctoral Fellowship an der Italian Academy at Columbia University. Er wurde mit mehreren Stipendien ausgezeichnet: Warburg Institute, London; Ecole Normale Superieure, Paris; Corpus Christi College, Oxford; Ministère de la Communauté Française, Brüssel. Er hat in Sevilla, Milano und München unterrichtet. / Walter Cupperi is Research Fellow at LMU Munich. He studied Art History at Pisa University and at the Scuola Normale Superiore di Pisa. He was Fulbright Fellow at the American Academy in Rome in 2004, MPG Postdoc-Fellow at the Bibliotheca Hertziana in Rome in 2007, and Postdoctoral Fellow at the Italian Academy at Columbia University in 2008. He received fellowships from the Warburg Institute, London, the Ecole Normale Superieure, Paris, Corpus Christi College, Oxford and the Ministère de la Communauté Française, Brussels, and taught in Sevilla, Milano and Munich.


23. Mai: Geschichte im Dialog

Catherine Feik: Zur Verhandlung apokalyptischer Deutungsschemata im Zeitalter der Reformation.

Abstract: Die Rollenverteilung im apokalyptischen Verlauf wurde im Zuge der Reformation durch zahlreiche Autoren fortwährend thematisiert, die Gültigkeit der Auslegungen wiederholt auf den Prüfstand gebracht. Die Eschatologisierungen bestimmter Ereignisse und Personengruppen – durch exegetische Argumente, die historiographische Darstellung in eschatologischen Maßstäben oder schlichter Interpretation als Zeichen für den Jüngsten Tag – prägten den Umgang mit als krisenhaft wahrgenommenen Zuständen. Darüber hinaus unterschieden sich die verschiedenen reformatorischen Bewegungen des frühen 16. Jahrhunderts nicht nur in ihrer Programmatik, sondern auch in ihrem Ermessen von Visionen und bestimmten Weissagungsformen.

Zur Person: Catherine Feik schloss ihr Studium der Geschichte und der Kultur- und Sozialanthropologie in Wien 2006 ab. 2006 bis 2009 wirkte sie an Projekten der Kommission für Rechtsgeschichte Österreichs (ÖAW) bzw. der Akademie der Wissenschaften zu Göttingen zum Thema Reichshofrat mit. Derzeit arbeitet sie an ihrer Dissertation, deren vorläufige Ergebnisse in dem Vortrag präsentiert werden. Im Zuge des Dissertationsprojekts, das als Teil des Gesamtprojekts „Abendländische Apokalyptik. Zur Genealogie eines religiösen Motivs in der europäischen Kultur“ durch das DOC-team Stipendienprogramm der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert wurde, war sie 2009 bis 2012 Projektmitarbeiterin am Institut für Geschichte.

30. Mai: Geschichte im Dialog

Carlos Espinosa: Neo-Inca Movements in the Andes in the Seventeenth Century:  a Mirror of the Hapsburg Monarchy?
 
Abstract: The talk discusses the memory and political practices of Incaic descendants in Quito in the seventeenth century.  It looks at the appropriations by Incaic descendants of the political concepts and public ceremony of the Habsburg monarchy and the hybrid forms generated in the process.  The talk also compares neo-Inca memory and politics in Quito with parallel manifestations in other major baroque urban centers in the Andes, especially Lima and Potosi.

Zur Person: Carlos Espinosa directs the Ph.D program in Andean and Amazonian history at the Latin American School of Social Sciences (FLACSO) in Quito, Ecuador, and works on the modern and contemporary history of Ecuador and the Andean region. He graduated from the University of Chicago and has worked at Harvard University, Middlebury College and SUNY-Albany. He is the author of a general history of Ecuador and numerous articles on colonial and republican Andean history as well as on current international relations.


6. Juni: Vorstellungsvortrag für BewerberInnen um ein Lektorat am Institut für Geschichte

Werner Hoffmann: Die Prinzipien der Kriegspropaganda im historischen Kontext. Unter besonderer Berücksichtigung der Aufzeichnungen Peter Stern von Labachs.

Abstract: Im Zentrum des Vortrags stehen die Prinzipien der Kriegspropaganda nach Anne Morelli, deren Wurzeln bei Arthur Ponsonby sowie die Illustration historischer Beispiele. Spezielles Augenmerk wird dabei auf die Zeitgeschichte, aber auch auf das 16. Jahrhundert gelegt. Im Speziellen soll die Kriegspropaganda von Peter Stern von Labach zur Zeit der Belagerung Wiens 1529 durch die Osmanen näher veranschaulicht werden. Das Thema soll dabei also vordergründig einen historischen Einblick bieten, sich jedoch auch auf aktuelle Entwicklungen fokussieren. Demonstriert wird so, dass es zeit- und ortsunabhängige Variablen in der Kriegspropaganda gibt, welche die Art und Weise, wie Kriegstreiben medial beeinflusst wird, charakterisieren. Diese wirken quer durch die Epochen der Menschheitsgeschichte zwar unterschiedlich aber verfolgen immer einen Endzweck: das vorantreiben eines Kriegszieles oder dessen Legitimation.

Zur Person: Mag. Werner Hoffmann. 2009 Abschluss des Diplomstudiums Publizistik- und Kommunikationswissenschaft; Seit 2007 Diplomstudium Geschichte (Thema der Diplomarbeit bei Frau Prof. Meta Niederkorn: Propagandaaspekte der Belagerung Wiens 1529) sowie Lehramtsstudium Geschichte, Sozialkunde und politische Bildung/UF Deutsch (geplantes Thema Diplomarbeit: "Die propagandistischen Nachwirkungen des Habsburger-Mythos in der Gegenwart); Seit 2010 Dissertation in Publizistik- und Kommunikationswissenschaften bei Prof. Wolfgang Duchkowitsch (Zweitbegutachter: Prof. Karl Vocelka), Thema der Diss.: "Vergleichende Propagandamechanismen im italienischen Fascismo und im austrofaschistischen Ständestaat".


13. Juni: Vorstellungsvortrag für BewerberInnen um ein Lektorat am Institut für Geschichte

Karin Schneider: Die Verhandlungen um die rechtliche Stellung der Juden auf dem Wiener Kongress in Gebieten des nachmaligen Deutschen Bundes

Abstract: Nach dem - vorläufigen - Ende der Napoleonischen Kriege versammelten sich im Herbst 1814 nicht nur Monarchen, Politiker und Diplomaten aus allen europäischen Ländern, sondern auch zahlreiche Vertreter verschiedener Interessensgruppen in Wien, um die territorialen und politischen Verhältnisse neu zu ordnen. Eine der Gruppen, welche durch die Niederschlagung Frankreichs und der Zerstörung seines Netzwerkes an Klientelstaaten in ihrer rechtlichen Stellung grundsätzlich betroffen war, waren die Juden in den Ländern des nachmaligen Deutschen Bundes. Waren sie unter französischer Herrschaft den nicht-jüdischen Untertanen zivilrechtlich gleichgestellt gewesen, zeigte sich dieser Status nun durch die Restauration der herkömmlichen Obrigkeiten wieder in Frage gestellt. Der Vortrag verfolgt die Verhandlungsstrategien der jüdischen Vertreter aus Frankfurt a. M. sowie den drei Hansestädten Hamburg, Bremen und Lübeck und zeichnet Möglichkeiten und Grenzen von Integration und Exklusion in der Umbruchsphase 1814/15 auf.

Zur Person: Studium der Geschichte sowie der Publizistik und Kommunikationswissenschaften in Wien. Wissenschaftliche Mitarbeiterin am Institut für Geschichtswissenschaften und Europäische Ethnologie der Universität Innsbruck; Mitarbeiterin beim FWF-Projekt „Der Wiener Kongress und sein europäisches Friedenssystem“ (Editionsprojekt), durchgeführt am Institut für Geschichte der Alpen-Adria-Universität Klagenfurt.

20. Juni: Jour fixe des Instituts für die Erforschung der Frühen Neuzeit

Pavel Himl (Prag): Nicht aufgeklärt und ungehorsam. Widerstände gegen aufklärerische Reformen in Böhmen in der zweiten Hälfte des 18. Jahrhunderts
Moderation: Andrea Griesebner

Abstract: Die Reformen des aufgeklärten Absolutismus stießen auf Widerstand nicht nur bei den sozialen Gruppen, deren ständische Privilegien sie einzuschränken trachteten (etwa Adel oder Klerus), sondern auch bei der Dorf- und Stadtbevölkerung, deren Situation sie im Gegenteil verbessern wollten. Der Vortrag wird sich mit den Reaktionen der Landbevölkerung auf Kirchenreformen (Aufhebung der Feiertage, Verbot des Wetterläutens) beschäftigen und die Handlungslogiken der Untertanen sowie auch der Beamten analysieren. Zum Vergleich wird die Rezeption der Polizei- bzw. anderen administrativen Reformen herangezogen.

Zur Person: Pavel Himl studierte Geschichte und Tschechisch in České Budějovice, promovierte in Saarbrücken mit einer Arbeit über ländliche Gesellschaft im frühneuzeitlichen Böhmen. Derzeit ist er wissenschaftlicher Mitarbeiter an der Karls-Universität in Prag. Sein Forschungsinteresse gilt u.a. der Subkultur und sozialen Kontrolle der nichtsesshaften Bevölkerung sowie den Kontroll- und Identifikationsmechanismen und -techniken an der Schwelle der Moderne.


27. Juni: Geschichte am Mittwoch entfällt wegen der zeitgleich stattfindenden Abschiedsvorlesung von Prof. Dr. Werner Maleczek