Geschichte am Mittwoch (GaM) im SS 2003

Ort: Universität Wien - Institut für Geschichte, HS 45
Zeit: Mittwoch, 18.00 c.t. - 20.00 Uhr

Wenn Sie per Mail eingeladen werden wollen, mailen Sie bitte an folgende Adresse: veranstaltungen.geschichte@univie.ac.at

Organisation und Planung: Thomas Fröschl
Für die IEFN-Vorträge: Susanne Pils

 

05.03.: Xavier VICAT: "Reisende wider Willen: Wien in den Erinnerungen französischer Emigranten, 1792-1825".  Kommentar: Wolfgang Häusler. Moderation: Thomas Angerer

Abstract: Die Eindrücke französischer Emigranten vom Wien des Vormärz sind vielfältig und großteils unerforscht. Unter welchen Umständen lebten diese Menschen? Welche Haltung nahm Österreich ihnen gegenüber ein? Wie nahmen sie die Stadt, wie die Wiener Gesellschaft wahr? Den Unterschieden innerhalb der höheren Gesellschaft und zwischen dem französischen und österreichischen Adel schenkt der Vortrag ein besonderes Augenmerk. Damit kann gezeigt werden, wie stark die französische Identität im Ancien Régime verankert ist. Das Ideal des Absolutismus bleibt aktuell, als wäre die Zeit 1789 stehen geblieben.
Zur Person: Dr. Xavier VICAT, Germanist und Historiker, geb. in Nancy, Promotion über Johann Peter Silbert (1788-1844) an der Sorbonne, Deutsch- bzw. Französisch-Lektor in Straßburg, Graz, St. Petersburg, lebt seit 15 Jahren in Wien und ist u.a. Französisch- Lektor am Institut für Übersetzer und Dolmetscher der Universität Wien. Forschungsschwerpunkt: Wiener Romantik und französisch-österreichische Beziehungen im 19. und 20. Jahrhundert.

12.03.: Tom BRÜSTLE (München): "Geschlechterperformanz und Sepulkralkultur. Zur Konstruktion von Männlichkeiten in frühneuzeitlichen Leichenpredigten". (In Kooperation mit dem IEFN). Moderation: Wolfgang Schmale

Abstract: Anhand einer Reihe von ausgewählten Leichenpredigten des 16. und 17. Jahrhunderts aus dem bikonfessionellen, protestantisch-katholischen Augsburg sollen verschiedene Konstruktionen von Männlichkeit eruiert werden, wobei sowohl hegemoniale als auch deviante Männlichkeitsentwürfe vor dem Hintergrund des Konfessionsstreits zur Untersuchung gelangen. Neben den eigentlichen Trauerfeiern und der späteren Nutzung als Erbauungsliteratur tritt damit ein zusätzlicher öffentlicher Raum zu den vielfältigen Möglichkeiten, geschlechtsspezifische Handlungs- und Haltungsmuster sozial wirksam durchzusetzen. Insbesondere bei katholischen Trauerreden muss der Fokus über die rhetorische Überhöhung und kunst- wie kulturhistorisch zu analysierende Ausgestaltung auf die theatrale Inszenierung hin ausgeweitet werden.

19.03.: Christoph EGGER: "Basilisken und ägyptische Frösche. Alte und neue Theologie im bayerisch-österreichischen Raum im 12. Jahrhundert". Moderation: Meta Niederkorn

Abstract: In der Geschichte des Mittelalters bedeutet das 12. Jahrhundert eine Umbruchszeit, in der wesentliche Weichenstellungen für die künftige Entwicklung Europas erfolgten. Zu diesen zählen ein oft mit dem Begriff “Scholastik” beschriebener Rationalisierungsschub in allen Bereichen des Wissens und, damit eng verbunden, die Entstehung der Universitäten. Die Zentren dieser Entwicklung - Westeuropa und Oberitalien - zogen Menschen aus ganz Europa an, die einen intensive Wissenstransfer gerade auch in Randbereiche wie das Gebiet des heutigen Österreich bewirkten. In meinem Vortrag möchte ich versuchen, diese Prozesse der Rezeption, Aneignung und Auseinandersetzung an einigen Beispielen aus dem Bereich der Theologie zu illustrieren, Hinweise auf beteiligte Personengruppen zu geben und nicht zuletzt auch die bei der Verfolgung einschlägiger Fragestellungen anzuwendenen Arbeitsmethoden in ihren Möglichkeiten und Grenzen vorzustellen.
Zur Person: Christoph Egger, Universitätsassistent, Institut für Geschichte / Österreichische Geschichtsforschung, 1984-1992 Studium der Geschichte in Wien, Mitarbeit an der Edition der Register Papst Innocenz' III. Die Beschäftigung mit dem Gegenstand des Vortrages wurde 1999-2002 im Rahmen eines APART- Stipendiums von der Österreichischen Akademie der Wissenschaften gefördert.

26.03.: Birgitta BADER -ZAAR: "Fremde und Grundrechte in den Vereinigten Staaten: Zur Bedeutung des Gleichheitsgrundsatzes im Fall chinesischer und japanischer Immigranten." Moderation: Margarete Grandner

Abstract: Die Beschäftigung mit der Immigrationsgeschichte von Chinesen und Japanern in die Vereinigten Staaten hat in den letzten Jahren einen deutlichen Aufschwung genommen. Allerdings hat sich die Forschung im rechtsgeschichtlichen Bereich hauptsächlich für die spektakuläre Einwanderungspolitik, die auf Bundesebene 1882 mit dem Einreiseverbot für chinesische Arbeiter (Chinese Exclusion Act) begann, interessiert. Die alltäglichen Erfahrungen dieser Menschen mit den sie umgebenden Normen ist dagegen selten untersucht worden. Vor dem Hintergrund einer sich aus ökonomischen und kulturellen Differenzen entwickelnden Xenophobie soll hier ein Überblick über die Beschränkung der Grundrechte für diese Einwanderergruppen gegeben und der Frage nachgegangen werde, wie von juristischer Seite mit der Anwendung des Gleichheitsgrundsatzes auf Fremde umgegangen wurde.
Zur Person: Birgitta Bader-Zaar ist Universitätsassistentin am Institut für Geschichte und arbeitet derzeit an einem Forschungsprojekt über Ausländer und Grundrechte in Österreich und im internationalen Vergleich, von der Mitte des 18. Jahrhunderts bis 1918.

02.04.: Buchpräsentation: Margareth LANZINGER: "Das gesicherte Erbe". Schnittstellen und Bruchlinien einer Verhinderungspolitik - Innichen 18./19. Jahrhundert. Moderation: Edith Saurer

Abstract: Die Präsentation meines Buches verfolgt einen für die Untersuchung zentralen thematischen Strang: eine Verhinderungspolitik, die das Vorgehen der lokalen Entscheidungsträger in zahlreichen kommunalen Belangen gekennzeichnet hat. Das ständische Bürgerrecht regulierte den Zuzug; der politische Ehekonsens hatte rigide Heiratsbeschränkungen zur Folge und ein faktisches ‚Hausbautabu' war über Jahrzehnte hinweg wirksam. Das daraus resultierende rigide soziale Klima blieb nicht ohne Konsequenzen auf Lebensperspektiven und Gestaltungsräume von Männern und Frauen. Deutliche Bruchlinien traten erst gegen Ende des 19. Jh. auf.
Zur Person: Margareth Lanzinger ist Universitätsassistentin (vertretungsweise) am Institut für Geschichte und arbeitet in den Bereichen Frauen- und Geschlechtergeschichte sowie Historische Anthropologie. Die Themenschwerpunkte der zuletzt abgeschlossenen Forschungsprojekte waren: Namengebung (18. bis 20. Jh.) bzw. Witwen- und Witwerschaft im Kontext von vertraglichen Vereinbarungen (zweite Hälfte 18. Jh.).

09.04.: Hendrik ZIEGLER (Paris): "Le prince idolatre". Kritik am Herrscherbild unter Ludwigs XIV." (In Kooperation mit dem IEFN). Moderation: Friedrich Polleroß

Abstract: Gegen einzelne Darstellungen Ludwigs XIV. erhoben bereits die Zeitgenossen teilweise heftigen Protest. Bisher fehlt eine systematische Zusammenstellung dieser das gesamte Regnum hindurch von verschiedenen gesellschaftlichen Gruppen vorgebrachten Einwendungen gegen Herrscherbild und Herrscherkult des Sonnenkönigs. Im Rahmen des
Vortrags soll v. a. auf das 1686 in Paris eingeweihte Standbild Ludwigs XIV. auf der Place des Victoires eingegangen werden, das für die Herausbildung einer öffentlich geführten Debatte über die angemessene Form königlicher Selbstdarstellung eine zentrale Rolle
zukommt. Die Protestnoten der habsburgischen und brandenburgischen Gesandten in ihren Auswirkungen auf die Umgestaltung des Denkmals sollen dabei im Mittelpunkt stehen.
Zur Person: Stipendiat der Gerda-Henkel-Stiftung am Deutschen Forum für Kunstgeschichte in Paris mit einem Habilitationsvorhaben über die "Kritik am Herrscherbild unter Ludwig XIV."; weitere Forschungsschwerpunkte: deutsch-französischer Kulturtransfer im 19. und frühen 20. Jh., v. a. der deutschen Rezeption des franz. Impressionismus und des Einflusses der dt. Museologie auf das Nachbarland.

30.04.: Katrin KELLER, Alexander SPERL: "Patronage und Klientel am Wiener Hof im 17. Jahrhundert - Ergebnisse eines Forschungsprojekts." Moderation: Gernot Heiß.

Abstract: Vorgestellt werden Ergebnisse eines Projektes, das seit mehr als zwei Jahren am Institut für Geschichte läuft und dessen zwei Bearbeiter unterschiedliche Schwerpunkte in methodischer wie inhaltlicher Hinsicht gesetzt haben. Gemeinsamer Ausgangspunkt ist, wie der Titel signalisiert, die Frage nach Stellenwert und sozialer Relevanz von Patronage in der Wiener höfischen Gesellschaft während der Regierungszeiten der Kaiser Ferdinand II. und Ferdinand III. Die Untersuchungen haben ergeben, dass sich soziale Praktiken wie Patronage und Klientelismus im weiteren Sinn am Wiener Hof auf drei Ebenen verfolgen lassen: 1. Auf der funktionalen, durch die Ämterordnung und -hierarchie gestalteten Ebene, die im Kern auf den fürstlichen Haushalt bezogen war. 2. Mit dieser eng verbunden und nur in methodischer Hinsicht davon zu trennen die Ebene der politischen Netzwerke, Parteien und Fraktionen, die räumlich und personell über den Hof hinausgriff. 3. Die Ebene der familialen Netzwerke, für die der Hof zum Zeitpunkt dieser Untersuchung ein zentraler Schauplatz der Auseinandersetzung um den Erhalt und die Steigerung ihrer materiellen und ideellen Ressourcen wurde.
Alexander Sperl stellt das Phänomen Patronage allgemein ins Zentrum und präsentiert zwei querschnittartige Netzwerkanalysen über den Hofstaat der Kaiser. Katrin Keller behandelt das Problemfeld Patronage und Geschlechterbeziehungen anhand höfischer Amtsträgerinnen in den Hofstaaten der Kaiserinnen.
Zu den Personen: Katrin Keller, seit 2001 Universitätsdozentin am Institut für Geschichte der Universität Wien, arbeitet seit Mai 2001 im Projekt. Forschungsschwerpunkte: Sozial- und Kulturgeschichte der höfischen Gesellschaft; Stadtgeschichte; Geschichte Sachsens.
Alexander Sperl arbeitet seit Herbst 2000 im Projekt Patronage und Klientelsysteme am Wiener Hof unter Leitung von Gernot Heiss. Forschungsschwerpunkte: Vormoderne Ökonomie- und Sozialtheorie; das Internet als kultur- und geschichtswissenschaftliches Publikationsmedium.

07.05.: Othmar HAGENEDER: "Die mittelalterliche Christenheit als Wertegemeinschaft". Moderation: Werner Maleczek.

Abstract: Die mittelalterliche Christenheit bildete eine Wertegemeinschaft auf religiöser Grundlage, in welcher der Papst eine oberste Entscheidungs- und Lenkungsbefugnis in Anspruch nahm, die auch, den jeweiligen Interessen der weltlichen Herrscher entsprechend, prinzipiell nicht bestritten wurde. Diese religiös-politische Struktur kann in etwa mit der Verfassung heutiger islamischer Staaten verglichen werden. Wenn auch die päpstliche, durch kirchliche Sanktionen gestützte Leitungsgewalt in ihren Zielen und Wirkungen bisweilen ziemlich problematisch blieb, so entwickelte sich doch im Rahmen dieser so verfaßten Wertegemeinschaft ein System von Normen und Regeln, das stabilisierend wirkte und zur allgemeinen Rechtssicherheit beitrug.
Zur Person: Othmar Hageneder wurde nach langjähriger Tätigkeit im OÖ. Landesarchiv 1976 als o.Univ.Prof. für Geschichte des Mittelalters und historische Hilfswissenschaften an die Univ. Innsbruck und 1980 an das Inst. f. Geschichte / Österreichische Geschichtsforschung der Univ. Wien berufen. Die Arbeit an der kritischen Edition der Register Papst Innocenz´ III. (1198-1216) dominiert auch nach der Emeritierung (1995) sein verfassungsgeschichtliches und diplomatisches Œuvre.

14.05.: Michael MALKIEWICZ (Salzburg): "Zum höfischen Tanz im 16. Jahrhundert. Eine Annäherung". (In Kooperation mit dem IEFN). Moderation: Karl Vocelka

Abstract: Im Referat soll anhand einiger weniger, jedoch konkreter Beispiele aus Tanztraktaten des 15. und 16. Jahrhunderts der Einfluss der italienischen Villen-Architektur auf den höfischen Tanz um 1500 dargestellt werden. Dies betrifft natürlich auch die den Tanz begleitende Musik. Einer zunehmenden Symmetrisierung im Tanz entspricht die zunehmende Hinwendung zu symmetrischen (zumeist achttaktigen) Perioden in der Musik, wie sie in der europäischen (klassischen) Kunstmusik aber auch in der Popularmusik vom 16. Jahrhundert an bis heute dominant sind.
Zur Person: Violinstudium ("Mozarteum"), Musikwissenschaft/Theologie/Slawistik (Universität Salzburg); Stipendiat der Österreichischen Akademie der Wissenschaften in Rom; 1996-2002 Forschungsassistent "Sänger-Kastraten" (Freie Universität Berlin); ab 2002 Forschungsassistent "Ballettmusik des 18. Jhs." (Universität Salzburg); Lehrbeauftragter an der Jagiellonen-Universität (Krakau). Promotion über Fabritio Carosos Tanztraktat "Il Ballarino" (Venetia 1581).

21.05.: "ANTIAMERIKANISMUS - historische Perspektiven und aktuelle Dimensionen".

Podiumsdiskussion im Rahmen der "Science - Week" 2003.
Leitung und Moderation: Martin HAIDINGER, ORF-Radio, Wien

Impulsreferat: Thomas FRÖSCHL.
Weitere DiskutantInnen: Thomas ANGERER, Thomas FRÖSCHL,
Martina KALLER-DIETRICH, Marlene KURZ, Wolfgang SCHMALE.

ACHTUNG: Ort der Veranstaltung: Urania Wien, Uraniastr. 1, 1010 Wien, Mittlerer Saal
Zeit: 18.15 - 19.30 Uhr

28.05.: Marlene KURZ: "Midhat Pascha und die Tanzimat-Reformen im Osmanischen Reich, 1839-1876". Moderation: Birgitta Bader-Zaar

Abstract: Die westliche Historiographie des osmanischen 19. Jahrhunderts beruht vorwiegend auf westlichen Quellen, während der osmanische Diskurs bisher nicht in angemessenem Maße berücksichtigt wurde. Die Ergebnisse der bisherigen Forschungen zur Reformgeschichte des Osmanischen Reiches, die eine Spaltung der osmanischen Gesellschaft in nach Europa orientierte, moderne Reformer und geistig erstarrte Konservative suggerieren, müssen sowohl im Hinblick auf diese Quellen als auch unter Berücksichtigung der Ergebnisse der Orientalismuskritik kritisch überprüft werden. Als Untersuchungsgegenstand bietet sich hierfür die Biographie des osmanischen Reformpolitikers Midhat Pascha (1822-84) an, der einen wesentlichen Beitrag zur Neugestaltung der osmanischen Provinzverwaltung, zur Schaffung eines osmanischen Bankenwesens und zur Gestaltung der ersten osmanischen Verfassung von 1876 geleistet hat.
Zur Person: Marlene Kurz, Universitätsassistentin am Institut für Geschichte, hat in Freiburg und Heidelberg Islamwissenschaft und Indologie studiert und arbeitet derzeit an ihrem Habilitationsprojekt über die Geschichte der Tanzimat-Reformen im Osmanischen Reich.

04.06.: Rosemarie AULINGER, Erwein ELTZ, Silvia SCHWEINZER-BURIAN: Vorstellung des Editionsunternehmens "Deutsche Reichstagsakten unter Kaiser Karl V." Moderation: Alfred Kohler

Zur Buchpräsentation: Die Edition der Deutschen Reichstagsakten, Mitte des 19. Jahrhunderts von Leopold von Ranke angeregt, wird von der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften in München betreut. Die Akten der Reichstage des Heiligen Römischen Reiches Deutscher Nation werden durch vier Reihen erschlossen: durch die Ältere Reihe (1376-1485), die Mittlere Reihe (Regierungszeit Maximilians I.) und die Jüngere Reihe (Regierungszeit Karls V.) sowie die Reichsversammlungen 1556-1662. Präsentiert werden die zuletzt erschienen bzw. im Druck befindlichen Bände der Jüngeren Reihe: Bd. 10 (Regensburg 1532), Bd. 12 (Speyer 1542), Bd. 15 (Speyer 1544) und Bd. 16 (Worms 1545).
Zu den Personen: Rosemarie Aulinger, Erwein H. Eltz und Silvia Schweinzer-Burian sind seit 1975 bzw. 1978 Mitarbeiter(innen) der Historischen Kommission bei der Bayerischen Akademie der Wissenschaften und mit der Edition der Deutschen Reichstagsakten unter Karl V. befaßt.

11.06.: Albert SCHIRRMEISTER (Bielefeld): "Welche Gestalt man denen Frantzosen in gemeinem Leben und Wandel nachahmen solle - oder: Polemik als Mittel zur akademischen Etablierung". (In Kooperation mit dem IEFN). Moderation: Thomas Winkelbauer

Abstract: Diese Vorlesungsankündigung des Christian Thomasius von 1687/88 löste einen kalkulierten und seither berühmten Streit aus. Analysiert werden die von Thomasius vorgenommenen Traditionszuweisungen, die im Fortgang zum Gegenstand einer Kontroverse werden, mit Blick auf Medien und Publikum des Streits. Durch die Konstruktion der honnêteté als Ideal
für die Gelehrten denunziert Thomasius Streit und Kontroversen als Praktiken der Pedanten und diskreditiert sie für den galanten Gelehrten. Die Kontroverse wird durch die unterschiedlichen durch die hauptsächlichen Akteure in Anspruch genommenen Medien dissoziiert: Die Form des Streites ist hierdurch ebenso geprägt wie seine Folgen, die auf eine Trennung des Gelehrten vom Intellektuellen in seiner öffentlichen Rolle hinführen.
Zur Person: Studium Germanistik/Geschichte (Freiburg/Br. und Bielefeld), Auszeichnung mit dem Prix Frédérique Brion; 2001/2002 Wissenschaftlicher Mitarbeiter am Zentrum zur Erforschung der Frühen Neuzeit (ZFN) an der Johann Wolfgang Goethe-Universität, Frankfurt/Main; 2002/2003 Postdoc-Stipendiat am Graduiertenkolleg "Sozialgeschichte von Gruppen, Schichten, Klassen und Eliten" (Universität Bielefeld); seit Juli 2002 Fellow des ZFN und Mitherausgeber der Zeitschrift "Zeitsprünge. Forschungen zur Frühen Neuzeit".

18.06.: GaM entfällt wegen des ganztägigen Gedenksymposiums für Michael Weinzierl: "Bausteine auf dem Weg in die Moderne: Radikales Denken - Säkularisierung - Revolution".

Programm

25.06.: Richard PELLS (Austin, University of Texas; Fulbright Scholar am IfG): "From Modernism to the Movies: The Globalization of American Culture in the 20th Century". Moderation: Thomas Fröschl

Abstract: The lecture will focus on the continuing impact of foreign, and especially European, cultures on America. It will offer two central arguments. First, the United States was and is as much a consumer of foreign intellectual and artistic influences as it has been a shaper of the world's entertainment and tastes. Yet second, it is precisely these foreign influences that have made America's culture so popular in Europe and elsewhere. American culture has spread throughout the world because it has always drawn on foreign styles and ideas. Americans have then reassembled and repackaged the cultural products they received from abroad and retransmitted them to the rest of the planet. In effect, Americans have specialized in selling the fantasies and folklore of other people back to them.
Biographical Information: Richard Pells is Professor of History at the University of Texas, and currently a visiting Fulbright professor at the University of Vienna. He is the author of Radical Visions and American Dreams: Culture and Social Thought in the Depression Years; The Liberal Mind in a Conservative Age: American Intellectuals in the 1940s and 1950s; and Not Like Us: How Europeans Have Loved, Hated, and Transformed American Culture Since World War II. Professor Pells has received fellowships from the Rockefeller and Guggenheim Foundations, and from the Woodrow Wilson International Center for Scholars. In addition, he has held Fulbright chairs and visiting professorships at universities in Sao Paulo, Amsterdam, Copenhagen, Sydney, Bonn, Berlin, Cologne.

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